früher haben sie immer augen wie spiegeleier gemacht

ich zuckte; ich erwachte; goldsonne und blauschatten fleckten um mich.
anne stand vor mir, betrachtete mich interessiert und fragte:“was ist denn
los? sie haben ja gar innig und intim nach mir gerufen.“ sie machte eine
winzige artistische pause und meinte ironisch und wissend : „geträumt,
eh?!“ ich spannte die brauen; ich erzählte; wort nach wort. sie lauschte
mit spöttisch geneigtem ohr. „und – c‘est tout?“ fragte sie, und tat ent-
täuscht : „– recht wenig pikant eigentlich. soldaten sollen doch im allge-
meinen agressiver sein. –“ herausfordernd. ich nickte höflich und sagte
: „ich weiß, ich habe mich wenig geändert. sie allerdings auch nicht.“ sie
drehte mir auflachend, dann pfeifend den rücken („fräulein, heute dürfen
sie nicht allein sein…“) hielt an, kam zurück und erkundigte sich : „passiert
ihnen das übringens öfter : von mir zu träumen – ?“ ich zögerte gar nicht, ich
sagte verbindlich : „ja-.“ sie warf anerkennend den kopf und meinte über
die schulter : „etwas anders sind sie doch geworden. früher haben sie bloß
augen wie spiegeleier gemacht – na schön.“